Zeitgeschichte-Tage

Mehr als 200 Schüler bei den Zeitgeschichte-Workshops

Lernen aus der Zeitgeschichte: Das Angebot im Vorfeld der Zeitgeschichte-Tage 2026 wurde deutlich ausgeweitet. Foto: VZG/Photogräfin
Lernen aus der Zeitgeschichte: Das Angebot im Vorfeld der Zeitgeschichte-Tage 2026 wurde deutlich ausgeweitet. Foto: VZG/Photogräfin

Erinnerungsorte aufsuchen, Biografien recherchieren, Denkmalentwürfe entwickeln und bei den Zeitgeschichte-Tagen mit dem Publikum diskutieren: Das neue Workshop-Programm brachte regionale Geschichte direkt zu den Jugendlichen. Ein Nachbericht samt Bilder-Galerie.

Mehr als 200 Schüler, neun Klassen, zehn Workshops: Das neue Schülerprogramm der Zeitgeschichte-Tage Braunau ist auf Anhieb auf großes Interesse gestoßen. Mit dabei waren Klassen der MS Braunau, der Mittelschule Neukirchen an der Enknach, der Mittelschule Hochburg-Ach und der HTL Braunau.

Von 21. bis 23. September wurde im Bezirksmuseum Herzogsburg und direkt an Schulen in der Region gearbeitet, diskutiert und recherchiert. Antonia Plessing und Isabella Burtscher vom Haus der Geschichte Österreich (HdGÖ) führten die Workshops durch. Alle verfügbaren Plätze waren bereits im Vorfeld vergeben.

Präsentation bei den Zeitgeschichte-Tagen


Auch bei den Zeitgeschichte-Tagen am 25. und 26. September im Veranstaltungszentrum Braunau waren die Jugendlichen und ihre Arbeiten präsent. Eine Auswahl der Ergebnisse wurde im VAZ gezeigt. Besucher:innen kamen mit den anwesenden Schüler:innen ins Gespräch und diskutierten mit ihnen über die Arbeiten und die Erfahrungen aus den Workshops.

Bei der Eröffnungsveranstaltung berichtete außerdem eine der teilnehmenden Schüler:innen vor rund 280 Gästen von ihren Eindrücken.

Unser Dank gilt allen Schüler:innen, die sich auf das neue Angebot eingelassen haben, und ihren Lehrer:innen, die die Teilnahme ermöglicht und begleitet haben. Ein besonderer Dank geht an Antonia Plessing und Isabella Burtscher für die Konzeption und Durchführung der Workshops.

Geschichte vor der eigenen Haustür


Inhaltlich standen zwei Workshop-Reihen zur Auswahl. Bei „Stadt- und Lebensgeschichten erinnern und weiterdenken“ rückten Biografien aus Braunau und der Region in den Mittelpunkt. Die Schüler beschäftigten sich mit Verfolgung, Widerstand, Mitläufertum und Täterschaft während des Nationalsozialismus und mit der Frage, wie nach 1945 mit dieser Vergangenheit umgegangen wurde.

Dabei blieb es nicht bei der Arbeit in den Klassen und im Museum. Gemeinsam wurden auch Erinnerungsorte vor Ort aufgesucht und diskutiert. So wurde unmittelbar sichtbar, wie Geschichte im Stadtbild präsent ist, welche Geschichten erzählt werden und welche lange kaum oder gar nicht vorkamen.

Einbezogen wurde auch die Ausstellung „Hitlers Exekutive. Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus“ im Bezirksmuseum Herzogsburg. Sie bot einen weiteren Ausgangspunkt, um über die Rolle staatlicher Institutionen im Nationalsozialismus und über Verantwortung zu sprechen.

Wessen Erinnerung?


Die zweite Workshop-Reihe widmete sich der Erinnerungskultur. Denkmäler, Mahnsteine und Straßennamen wurden zum Ausgangspunkt für ganz konkrete Fragen: An wen erinnern wir im öffentlichen Raum? Wer entscheidet darüber? Und wer oder was fehlt?

Zum Abschluss entwickelten die Schüler eigene Denkmalentwürfe. Einige davon wurden bei den Zeitgeschichte-Tagen präsentiert und damit Teil des öffentlichen Programms.

Für den Verein für Zeitgeschichte war das erweiterte Schülerprogramm ein neuer Schwerpunkt. Die große Nachfrage und die Gespräche bei den Zeitgeschichte-Tagen haben gezeigt, wie unmittelbar regionale Geschichte werden kann, wenn sie an konkrete Orte und Biografien aus dem eigenen Umfeld anknüpft.

Und es geht weiter: Auch 2027 wird es im Rahmen der Zeitgeschichte-Tage wieder Workshops für Schüler geben.

Der Verein für Zeitgeschichte Braunau bedankt sich bei allen Unterstützern sowie bei den Mitarbeitern des Bezirksmuseums Herzogsburg. Die Erweiterung des Workshop-Programms wurde durch eine Förderung der LEADER-Region Oberinnviertel-Mattigtal ermöglicht.




Erst damit können der Verein für Zeitgeschichte Braunau und die Vermittlerinnen aus dem Haus der Geschichte Österreich ihr Angebot für Schulen ausbauen und erstmals auch Workshops direkt an Bildungseinrichtungen in der Region anbieten.

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